Was sind Mehrgenerationenhäuser und Familienzentren?

Familienzentren und Mehrgenerationenhäuser sind Orte der Begeg­nung, Unter­­stützung und Bildung. Die Bandbreite der Angebote reicht von A wie Antragsberatung bis Z wie Zirkusprojekt und richtet sich gezielt nach den Bedürfnissen der Menschen vor Ort. Ob es um den Austausch mit anderen, Unterstützung beim Beantragen von staatlichen Leistungen oder gemeinsame Aktivitäten geht: Jede und Jeder ist willkommen und zur Mitwirkung eingeladen!

Im Land Brandenburg verteilen sich aktuell rund 60 landesgeförderte Familienzentren – etwa 40 davon sind gleichzeitig ein Mehrgenerationen­haus. Beide Programme vereint das Ziel, gute Entwicklungschancen und faire Teilhabe­möglichkeiten für alle Menschen zu erreichen. Durch ihre ortsbezogene und engagierte Arbeit bewirken Familienzentren und Mehr­generationenhäuser einen viel­schichtigen gesellschaftlichen Mehrwert im Land Brandenburg.

 

 

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Das Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser

Die rund 530 Mehrgenerationenhäuser in ganz Deutschland sind Orte der Begegnung, die das nachbarschaftliche Miteinander fördern. Hier können die Menschen zwar nicht wohnen, sich aber wie Zuhause fühlen.
Alle Menschen sind herzlich willkommen – Sie verbringen gemeinsame Zeit, lernen von- und miteinander, sind füreinander da und gestalten mit viel ehren­amtlichem Engagement „ihr“ Mehrgenerationenhaus.
Aktuell bestehen 39 Mehrgenerationenhäuser im Land Brandenburg. Neben 10 Einrichtungen in kommunaler Förderung werden 29 Häuser aus dem aktuellen Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander“ (2021-2028) unterstützt. Dank mehrerer Aktions- und Bundesprogramme besteht die Förderung bereits seit dem Jahr 2006. Durch 20 Jahre Kontinuität entstanden zuverlässige und vertrauensvolle Fix­punkte für die Menschen und Partner vor Ort.

Miteinander anpacken Füreinander strahlen: Mehrgenerationenhäuser und Familienzentren fördern den Zusammenhalt in der Gesellschaft und den Dialog der Generationen. Basis der Einrichtungen ist die Förderung der generationsübergreifenden Beziehungen sowie der interkulturellen und der milieuübergreifenden Begegnung in unserer Gesellschaft. Bürgerschaftliche Engagement, sozialräumliches Denken und Handeln sowie Teilhabe bieten hierbei den handlungsweisenden Rahmen. Auch Bürger- und Begegnungshäuser oder Kultur- und Familienzentren entwickeln sich hin zu altersübergreifend arbeitenden Mittelpunkten in Sozialräumen. Um die jeweiligen Herausforderungen vor Ort zu meistern und passende Lösungen zu entwickeln, haben die Mehrgenerationenhäuser Handlungsspielraum bei der Ausgestaltung ihrer Arbeit. Die Häuser entscheiden selbst, welche Schwerpunkte sie in ihrer Arbeit setzen. Zu den möglichen Handlungsfeldern zählen: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Vereinbarkeit von Familie und Pflege, Selbstbestimmtes Leben im Alter, Jugendgerechte Gesellschaft, Arbeitsmarktnähe und Beschäftigung, Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, Digitale Bildung, Kooperation zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie Ökologische Nachhaltigkeit.

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Förderziele:

  • gute Entwicklungschancen und faire Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen
  • das Wohn- und Lebensumfeld attraktiver machen
  • den gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Generationen und Kulturen befördern

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Weitere Informationen zum Bundesprogramm finden Sie unter: www.mehrgenerationenhaeuser.de

Das Land Brandenburg unterstützt die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser bereits seit 2015 zuverlässig mit der Förderung einer Servicestelle .

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Das Landesprogramm Familienzentren

Die 57 Familienzentren im Land Brandenburg haben sich schnell als Orte der Unterstützung, Bildung und Begegnung etabliert. Die Angebote richten sich an Familien in ihrer Vielfalt und generationenübergreifend an Menschen in allen Lebensphasen. Sie werden entsprechend der Bedürfnisse vor Ort entwickelt. Ein zentrales Ziel ist es, die Lebenswirklichkeit – insbesondere von Familien mit geringem Einkommen – zu verbessern. Niedrigschwellige Beratung und konkrete Unterstützung soll den Zugang zu sämtlichen bestehenden Sozialleistungen, wie beispielsweise den Kinderzuschlag oder Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket vereinfachen. Eltern mit geringem Einkommen bekommen im Bedarfsfall konkrete Hilfe und Unterstützung, z.B. beim Ausfüllen der notwendigen Formulare oder beim Führen der notwendigen Gespräche mit Behördenmitarbeitenden. Zugleich übernehmen die Familienzentren eine Lotsenfunktion, indem sie sich mit allen wichtigen Akteuren/-innen der Familien- und Sozialpolitik vernetzen und Familien mit besonderen Problemlagen an Netzwerkpartner und Fachberatungsdienste weitervermitteln (z.B. zur Schuldner- oder Sozialberatung).
Die brandenburgische Landesregierung startete das Programm 2019 mit der Förderung zum Aufbau von Familienzentren an Mehrgenerationenhäusern. So konnten bestehende Strukturen genutzt und die Zielgruppen unmittelbar erreicht werden. Mit der 2. Aufbauphase 2023 wurde die Förderung auch für andere geeignete Einrichtungen sowie mobile Angebote ermöglicht und aufgestockt.

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Förderziele:

  • Kinder-, Familien- und Altersarmut bekämpfen und verhindern
  • Familien dabei unterstützen, die ihnen zustehenden finanziellen Leistungen in Anspruch zu nehmen
  • Chancen auf Bildung, Gesundheit, soziale Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördern

 

Das Land Brandenburg fördert seit 2019 eine Servicestelle Familienzentren. Seit 2026 ist sie Teil der Kompetenz- und Netzwerkstelle Familie (KNF) in Trägerschaft von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V., finanziert aus Mitteln der EU und der Auridis Stiftung.